Rekonstruktionen - "Puinland-Haus"


Puinlandhaus Rekonstruktion

3D-Darstellung nach Zeichnungen von G. Rizzi

Im Zuge des Baues der Brunecker Umfahrungsstraße Süd wurden zwischen 1981-84 vom Denkmalamt Bozen verschiedene Notgrabungen durchgeführt. So wurde im "Puenlandacker", ein Haus ausgegraben.

Das Haus hat eine Wohnfläche von ca. 70 m² und umfasst einen großen, quadratischen Wohn- und Arbeitsraum, einen rechteckigen Flur und einen kleineren, quadratischen Repräsentationsraum.

Der größere Wohnraum hatte einen Holzboden. Der getreppte Aufgang zum Flur, sowie das Präfurnium und ein zwischen beiden sich an die Hausmauer anlehnender Brotbackofen lagen unter einem schützenden Vordach.

Der kleinere Raum war mit farbigen Metopenmalereien geschmückt und hatte eine Hypokaustenheizung. Der Fußboden des Raumes bestand aus Marmor- und Schieferplatten.

3D-Darstellung nach Zeichnungen von G. Rizzi

Beheizt wurden die Hypokausten über das in der Westmauer des Hauses ein-gebaute Präfurnium. Die warme Luft und der Rauch zogen durch die eingewölbten Hypokausten und durch die Tubuli der Zwischenwand nach oben ab.  

Bei der Ausgrabung gefundene Spuren gehen bis auf das Mesolithikum zurück. Das Haus in der dargestellten Form stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Ch., also aus der Zeit , in der die Gegend endgültig unter römischer Verwaltung stand. Im 5. Jahrhundert n. Ch. folgt eine Phase, in dem das Haus zwar bewohnt wird, dabei aber immer mehr zur Ruine verkommt. Nacheinander brechen die Hypokausten, dann der Brotbackofen ein. Im späteren 5. Jahrhundert werden die Mauern teilweise saniert und mit Holzwänden ergänzt. Im Übergang zum 6. Jahrhundert erfolgt ein starker Einbruch des Lebensstandards. Bis zum 10. Jahrhundert wird das Gebäude dann langsam und endgültig verlassen.