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Gino Bombonato - Lorenzo Dal Ri - Umberto Tecchiati Archäologische
Untersuchungen im Bereich der Peintner Brücke |
Lorenzner
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Das
Projekt zur Änderung des Abschnitts der Staatsstraße SS 49 im Pustertal
in der unmittelbaren Nähe von St. Lorenzen bei km 29, sieht eine
Verlegung von ca. 8 Metern gegenüber dem jetzigen Straßenverlauf nach
Norden hin vor. Beim ehemaligen Straßenbau war eine beträchtliche Anzahl
von Gebäuden der römischen Straßenstation Sebatum bei den
Aushubarbeiten angeschnitten worden. Noch heute kann man nämlich, wenn
man sich in Richtung Innichen begibt, rechtsseitig der Straße die
Mauerreste jener Gebäude erkennen. Das Areal liegt einige Dutzende von
Metern von der Peintner Brücke entfernt, für die laut erwähntem Projekt
eine vollkommene Neustrukturierung mit entsprechender Abänderung des Straßenverlaufs
vorgesehen ist. Um eine Einstellung der Bauarbeiten wegen möglicherweise vorhandener archäologischer Funde zu vermeiden, hat das Amt für Bodendenkmäler der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol aufgrund der im Projekt vorgesehenen Arbeiten archäologische Untersuchungen vorgenommen und zwar mit einem beträchtlichen Zeitvorsprung in Bezug auf den Baubeginn der neuen Straße. Die zurzeit immer noch stattfindenden Untersuchungen, die von der Cooperativa Scavi e Restauri aus Bozen unter der Leitung vom Amt für Bodendenkmäler und der Finanzierung der Landesabteilung 10 - Infrastrukturen, durchgeführt werden, haben gleich eine Reihe interessanter Ergebnisse geliefert.
Abbildung1: Durch den Neubau der Peintner Brücke muss die Pustertaler Straße verlegt werden. Auf dem betroffenen Gelände werden archäologische Untersuchungen durchgeführt. Es kam
neben der Straße, auf einer weiten Fläche von ca. 600 Quadratmetern,
eine beträchtliche Anzahl von Strukturen zutage, die aufgrund der Funde
ins 5. - 4. Jh. v. Chr. datiert werden können. Beinahe überraschend ist
das völlige Fehlen römischer Zeugnisse, die hingegen auf der gegenüberliegenden
Straßenseite deutlich feststellbar sind. Lediglich
zwei Mauern scheinen die bergseitige Begrenzung der Siedlung, die üblicherweise
zwischen dem l. und 4. Jh. n. Chr. datiert wird, zu belegen. Fast
unmittelbar unter dem heutigen Niveau sind hingegen eisenzeitliche
Terrassierungsarbeiten zum Vorschein gekommen. Bis zum
jetzigen Zeitpunkt sind zwei vollständig durch Brand zerstörte Gebäude
bekannt, die an wiederholt neu errichteten Mauern angrenzen, welche der
Hangbefestigung dienten. Aus einer dieser Hütten stammen Scherben von
Keramikgefäßen und eine beträchtliche Menge von Hüttenlehm, der vor
allem innen, entlang der Mauern, gefunden wurde.
Die
Strukturen hingegen, die zur Hangbefestigung errichtet wurden, sind
mehreren Bauphasen zuzuordnen. Ursprünglich wurden Steine kleineren Ausmaßes
dazu verwendet, die Instabilität des Hanges zwang die eisenzeitliche Bevölkerung
jedoch zur Errichtung mächtiger Mauerzüge. Was sich
den Archäologen heute bietet, ist der Zustand dieser Mauern nach dem
letzten und endgültigen Einsturz. Darunter kamen die verkohlten Reste
weiterer, älterer Gebäude, die noch zu untersuchen sind, zum
Vorschein. Die Bestattung eines Neugeborenen, die oberhalb der
urgeschichtlichen Schichten zutage kam, weist in die spätrömische Zeit. Die wohl wichtigste Erkenntnis dieser archäologischen Grabungen besteht in der feststellbaren Siedlungskontinuität zwischen den urgeschichtlichen und römischen Niederlassungen. Zurzeit ist zwar keine unmittelbare Siedlungskontinuität belegbar, dazwischen den abgebrannten Hütten und der römischen Siedlung in etwa zweieinhalb Jahrhunderte liegen, es ist jedoch nicht auszuschließen, dass in weiteren, durch neuzeitliche Bauarbeiten weniger beeinträchtigten Bereichen, in Zukunft eisenzeitliche Schichten festgestellt werden können, die zeitlich näher an die römischen Fundhorizonte herankommen. Es ist nämlich bekannt, dass das Pustertal bereits im l. Jh. v. Chr. und somit während der frühen Römerzeit als Transitweg diente. Gino
Bombonato Lorenzo Dal Ri Umberto
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