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Dieses
vorzüglich erhaltene Gürtelblech wurde in den Jahren 1939/40 in einer
Blockhalde am Südfuß des Burgkofels von Lothen von Straßenarbeitern
gefunden, die an der Erneuerung der Straße arbeiteten. Es ist einer,
vielleicht der schönste von mehreren Dutzend Funden. Die meisten sind
Schmuckstücke aus Bronze und Eisen, wie Fibeln, Armringe, Kopfringe, Zügelringe,
Gürtelbleche, Gürtelteile, Ketten, sowie ein langes eisernes Hiebmesser
mit Bronzescheide. Fundzusammensetzung,
sowie typologische Vergleiche zeigen, dass die Gegenstände der Stufe La-Téne
A zugeordnet werden können, also aus der Zeit zwischen 450 und 370 v. Ch.
stammen, wobei der Anteil an keltischen Stücken sehr groß ist. Die
Frage, ob es sich dabei um Importstücke aus den keltischen
Nachbargebieten handelt, oder um hier siedelnde Kelten, die Rätisch
sprachen und schrieben, harrt vorläufig noch weiterer Präzisierung. Da
die Funde in besagter Blockhalde lagen, war eine der möglichen
Interpretationen, dass es sich bei diesen Funden um Gegenstände einer von
der Hügelkuppe abgerutschten Siedlung handelte. Wiederholte Grabungen auf
dem Burgkofel brachten aber keine weiteren eisenzeitlichen Siedlungsspuren
zutage. So erscheint es heute am wahrscheinlichsten, dass, wie seinerzeit
schon von Professor H. Stemberger formuliert, es sich bei besagtem
Fundkomplex um einen Weihefund an die nahe gelegene kleine Quelle handelt. In
den folgenden Wirren des 2. Weltkriegs wurde der wichtige Fundkomplex in
alle Winde zerstreut. Dank der wachsamen detektivischen Kleinarbeit des
Vor- und Frühgeschichtlers Direktor R. Lunz aus Bruneck, konnte ein Großteil
der Stücke in Publikationen, wie die des früheren Direktors der Römisch-Germanischen
Kommission in Frankfurt, Prof. Werner Krämer, der "Südtiroler
Bodenfunde aus dem Münchner Kunsthandel" beschreibt,
oder das exakte Gegenstück eines Lothener Hals- oder Kopfringes in
der ehemaligen Diözesan Sammlung in Brixen, identifiziert werden. Durch
einen Hinweis von Dr. D. Kramer, Direktor des Joanneums in Graz konnte
Direktor Lunz dann in den 1980ern sogar einen Großteil
des Schatzes in Graz ankaufen. Einige
der wichtigsten Stücke dieses Ensembles sind so über große Umwege
wieder an ihren Herkunftsort zurückgekehrt und können heute im
Ausstellungsraum der Marktgemeinde St. Lorenzen besichtigt werden.
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